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Deutschland, was geht?: Damit Bürokratie bald besser läuft

Was Sie im Alltag aufhält, hält auch Deutschland auf: Formulare, Wartezeiten, Zuständigkeiten. Dinge, die das Leben schwerer machen, aber oft als unvermeidlich gelten. "Deutschland, was nervt? Deutschland, was geht?" - Der Bürger-Hackathon macht aus Ihren Wünschen und Meldungen über das, was nervt einen Startpunkt – für konkrete Lösungen statt Dauerfrust. 

Wer dahintersteht: SPRIND

Die Initiative kommt aus der SPRIND.Society. Dahinter steht SPRIND, die Bundesagentur für Sprunginnovationen: Sie unterstützt mutige, neue Ansätze, die große Probleme wirksam lösen – auch im Staat und in der Verwaltung. 

Mitmachen und besser machen

Im Rahmen des Bürger-Hackathons  sollen Bürgerinnen und Bürger nicht nur Dampf ablassen. Sie sollen benennen, was schiefläuft und wie es besser funktionieren kann. Denn gerade die kleinen und großen Alltagserfahrungen mit dem Staat prägen Zufriedenheit und Vertrauen. Genau dort entstehen Bürokratiefrust und Lösungsansätze zugleich. Die erste große Beteiligungsrunde startete im Mai 2026 und widmet sich dem Bürokratieabbau in mehreren Phasen. 

So wird aus Feedback Umsetzung

In der ersten Phase haben Bürgerinnen und Bürger ihre Hinweise im EinfachMachen-Portal oder auf der Seite der Initiative „Deutschland, was geht?“ eingereicht. Nun werden die Meldungen ausgewertet, zentrale Problemfelder identifiziert, Probleme und Lösungen geclustert und auf Innovationspotenzial, Relevanz und Umsetzbarkeit geprüft.
In der zweiten Phase entscheidet die Gemeinschaft: Bürgerinnen und Bürger stimmen ab, was zuerst verbessert werden soll. 
In der dritten Phase entwickeln Expertinnen und Experten aus den Bereichen IT, Design, Produktmanagement sowie Unternehmen, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Organisationen konkrete Lösungen. Bis zu 20 vielversprechende Ideen bekommen finanzielle und beratende Unterstützung. Am Jahresende wählt eine Jury die bis zu fünf besten Projekte aus. Diese Gewinner erhalten einen „ministeriellen Handschlag" von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. Dieser Schritt signalisiert den Willen, die technischen Lösungen im darauffolgenden Jahr in der Bundesverwaltung umzusetzen. Zusätzlich wird den Projekten eine weitere finanzielle Unterstützung zugesichert.

Taiwan zeigt: digitale Beteiligung kann Vertrauen stärken

In Taiwan war die Gesellschaft um 2015 stark gespalten. Mit digitalen Beteiligungsformaten ist es gelungen, wieder mehr gemeinsame Lösungen zu finden. In Umfragen des Asian Barometer stiegen die Zustimmungswerte deutlich. Der Ansatz wird inzwischen auch weltweit übernommen: Staaten im Baltikum und in Skandinavien nutzen ähnliche Beteiligungsprozesse und digitale Werkzeuge, auch in Kalifornien (USA) gibt es erste Pilotprojekte. Ein wichtiges Vorbild ist dabei auch der sogenannte Präsidiale Hackathon, der als Bürger-Hackathon nun mit “Deutschland, was geht?” in Deutschland umsetzt wird. 

Zwei Initiativen, ein Ziel

Die Initiativen „Deutschland, was nervt? Deutschland, was geht?“ und das EinfachMachen-Portal verfolgen beide dasselbe Ziel: Bürokratie abbauen und Verwaltung so gestalten, dass sie für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmerinnen und Unternehmer wirklich funktioniert. Das EinfachMachen-Portal sammelt Rückmeldungen dazu, wo Formulare, Abläufe oder digitale Angebote unnötig kompliziert sind. „Deutschland, was geht?“ baut darauf auf: Aus den wichtigsten Themen werden konkrete Lösungen entwickelt – und anschließend umgesetzt.